Erleichterungen für nichtbörsennotierte (“Kleine”) Aktiengesellschaften.

Am 10.8.1994 ist das “Gesetz für kleine Aktiengesellschaften und zur Deregulierung des Aktienrechts” in Kraft getreten. Die “kleine AG” ist nicht, wie ihre Bezeichnung nahelegen könnte, eine eigene Rechtsform. Vielmehr verbirgt sich hinter diesem Begriff eine Liberalisierung des bisherigen Aktienrechts insbesondere für solche Gesellschaften, deren Aktien (noch) nicht zum Handel an der Börse zugelassen oder deren Aktionäre namentlich bekannt sind. Entscheidend ist also nicht “klein” oder “groß”, sondern die Teilnahme am Kapitalmarkt.

Hauptintention des Gesetzgebers war es, die AG insbesondere für mittelständische Unternehmen attraktiver zu machen.

Zielgruppe der Aktienrechtsreform sind daher nicht nur neuzugründende AGs, sondern vor allem bestehende GmbHs und Personengesellschaften. Gerade für mittelständische Unternehmen eröffnet sich eine Chance, nunmehr unter erleichterten Voraussetzungen in eine für sie maßgeschneiderte und zukunftsträchtige Unternehmensform überzuwechseln - in die "kleine Aktiengesellschaft".

Überblick Vor- und Nachteile der AG

Vorteile

  • Zugang zum Eigenkapitalmarkt
  • kostengünstige Anteilsübertragung (Inhaberaktien können grundsätzlich formfrei übertragen werden)
  • Generationswechsel / Sicherung der Unternehmenskontinuität durch klare Trennung von Anteilseignern und Geschäftsführung, da Gesellschafterstreitigkeiten über die Unternehmenspolitik sich nicht unmittelbar auf täglichen Geschäfte auswirken
  • Sicherung der Unternehmesunabhängigkeit
  • Anonymität, es sei denn Ein-Personen-AG, bei welcher der einzige Aktionär dem Registergericht mitgeteilt werden muß (§ 42 AktG)
  • qualifiziertes Management/Unabhängigkeit des Vorstands
  • Einbindung der Mitarbeiter durch Mitarbeiterbeteiligung

 

Nachteile

  • aufwendigere Organisation
  • Übernahmegefahr/Fremdeinfluß (kann allerdings durch die Ausgabe von Namensaktien, welche der Zustimmung der Gesellschaft bedürfen, beschränkt werden, §§ 67, 68 AktG)
  • höheres Grundkapital, mindestens 100.000 DM (§ 7 AktG)
  • geringe Gestaltungsfreiheit